Warum Softwareeinführungen in Reparaturbetrieben scheitern – und wie man es besser macht

Eine neue Software soll Abläufe vereinfachen, Zeit sparen und für mehr Transparenz sorgen. Trotzdem verlaufen Einführungen in Reparatur- und Servicebetrieben nicht immer reibungslos.

Mitarbeitende sind unzufrieden, gewohnte Prozesse funktionieren plötzlich nicht mehr und wichtige Sonderfälle wurden nicht berücksichtigt. Schnell entsteht der Eindruck, die Software passe nicht zum Betrieb.

Oft liegt die Ursache jedoch nicht allein im Programm, sondern in der Vorbereitung und Umsetzung der Einführung.

Eine Softwareeinführung ist mehr als eine Installation

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Einführung als rein technische Aufgabe zu betrachten: Die Software wird installiert, Benutzer werden angelegt und vorhandene Daten übertragen.

Doch eine neue Software verändert auch tägliche Routinen, Zuständigkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Auftragsannahme, Werkstatt, Außendienst, Lager und Buchhaltung.

Vor der Installation sollte deshalb geklärt werden, wie Aufträge in den Betrieb gelangen, welche Informationen benötigt werden, wie Termine und Techniker geplant werden, wie Ersatzteile bestellt und wie Leistungen abgerechnet werden.

Erst wenn diese Abläufe verstanden sind, lässt sich die Software sinnvoll darauf abstimmen.

Alte Abläufe werden ungeprüft übernommen

Viele Betriebe möchten ihre bisherigen Prozesse möglichst unverändert in das neue System übertragen. Das ist nachvollziehbar, aber nicht immer sinnvoll.

Manche Abläufe sind nur entstanden, weil die bisherige Software bestimmte Funktionen nicht angeboten hat. Andere beruhen auf Excel-Listen, handschriftlichen Notizen oder mehrfacher Dateneingabe.

Eine Softwareeinführung bietet deshalb die Chance, zu prüfen, welche Arbeitsschritte tatsächlich notwendig sind, wo Daten doppelt erfasst werden und welche manuellen Tätigkeiten vereinfacht oder automatisiert werden können.

Das Ziel sollte nicht sein, alte Prozesse lediglich digital nachzubauen, sondern sie gezielt zu verbessern.

Mitarbeitende werden zu spät einbezogen

Die Entscheidung für eine neue Software trifft häufig die Geschäftsleitung. Die tägliche Arbeit damit übernehmen jedoch Mitarbeitende aus Auftragsannahme, Disposition, Werkstatt, Lager, Außendienst und Buchhaltung.

Werden diese Personen erst kurz vor dem Start eingebunden, bleiben praktische Anforderungen häufig unberücksichtigt. Gleichzeitig kann der Eindruck entstehen, die neue Arbeitsweise werde einfach von oben vorgegeben.

Die späteren Nutzer wissen meist sehr genau, welche Angaben bei Aufträgen fehlen, welche Sonderfälle regelmäßig auftreten und an welchen Stellen unnötige Rückfragen oder Wartezeiten entstehen.

Ihre frühzeitige Einbindung verbessert deshalb nicht nur die Lösung, sondern erhöht auch die Akzeptanz.

Sonderfälle werden unterschätzt

Standardprozesse lassen sich meist schnell beschreiben. Schwieriger sind die vielen Ausnahmen im Reparaturalltag.

Dazu gehören beispielsweise Garantie- und Kulanzfälle, Kostenvoranschläge, nicht verfügbare Ersatzteile, mehrere Technikertermine, unterschiedliche Abrechnungswege oder Reparaturen, die teilweise in der Werkstatt und teilweise beim Kunden durchgeführt werden.

Werden solche Fälle erst nach dem Start berücksichtigt, müssen Abläufe kurzfristig geändert werden. Das führt zu Unsicherheit und zusätzlichem Aufwand.

Neben den normalen Prozessen sollten deshalb auch typische Problemfälle und Ausnahmen vorab getestet werden.

Die vorhandenen Daten sind nicht vorbereitet

Eine Software kann nur mit den Informationen arbeiten, die ihr zur Verfügung stehen.

Vor einer Datenübernahme zeigt sich jedoch häufig, dass Kunden mehrfach vorhanden sind, Artikelnummern uneinheitlich verwendet werden oder wichtige Angaben fehlen. Werden solche Daten ungeprüft übernommen, startet das neue System bereits mit einer schlechten Grundlage.

Deshalb sollten Kunden-, Geräte-, Artikel-, Lieferanten- und Preisdaten vor der Übernahme bereinigt, vereinheitlicht und auf ihre weitere Relevanz geprüft werden.

Dieser Aufwand zahlt sich später durch bessere Suchergebnisse, zuverlässigere Auswertungen und weniger Rückfragen aus.

Verantwortlichkeiten sind nicht eindeutig geregelt

Eine Softwareeinführung betrifft meist mehrere Unternehmensbereiche. Trotzdem fehlt häufig eine Person, die das Projekt intern koordiniert.

Dadurch bleiben Entscheidungen offen, Informationen verteilen sich auf mehrere Ansprechpartner und notwendige Aufgaben werden nicht rechtzeitig erledigt.

Es sollte daher früh festgelegt werden, wer Entscheidungen trifft, Stammdaten prüft, Fragen der Mitarbeitenden sammelt, Testabläufe koordiniert und mit dem Softwareanbieter sowie externen Partnern kommuniziert.

Eine klare Projektverantwortung beschleunigt die Einführung und verhindert Missverständnisse.

Schulungen werden zu knapp geplant

Auch eine benutzerfreundliche Software muss erklärt und eingeübt werden.

Eine einzige Schulung kurz vor dem Start reicht häufig nicht aus, da viele Fragen erst bei der Bearbeitung echter Aufträge entstehen. Außerdem benötigt ein Außendiensttechniker andere Funktionen als die Buchhaltung oder die Disposition.

Sinnvoll sind deshalb mehrere Schritte: eine grundlegende Einführung, bereichsspezifische Schulungen, Tests mit typischen Aufträgen und eine Begleitung während der ersten Nutzung.

Nach einigen Wochen kann eine weitere Schulung helfen, offene Fragen zu klären und Abläufe zu optimieren.

Der Starttermin wird zu ehrgeizig gewählt

Viele Unternehmen möchten möglichst schnell mit der neuen Software arbeiten. Ein zu knapper Zeitplan führt jedoch häufig dazu, dass Daten nicht vollständig geprüft, Mitarbeitende nicht ausreichend geschult und Schnittstellen nicht getestet wurden.

Besonders ungünstig ist eine Umstellung während saisonaler Spitzenzeiten oder bei ohnehin hoher Auftragslage.

Der Start sollte deshalb realistisch geplant werden. Je nach Betriebsgröße kann es sinnvoll sein, zunächst mit einzelnen Bereichen oder ausgewählten Mitarbeitenden zu beginnen und die Einführung anschließend schrittweise auszuweiten.

Schnittstellen werden zu spät berücksichtigt

Reparatur- und Servicebetriebe arbeiten häufig mit Herstellerportalen, Lieferanten, Versanddienstleistern, Buchhaltungssystemen und Servicepartnern zusammen.

Bereits zu Beginn sollte deshalb geklärt werden, welche Systeme verbunden werden müssen, welche Daten importiert oder exportiert werden sollen, ob Informationen nur gelesen oder auch zurückgeschrieben werden müssen und welche technischen Unterlagen, Zugänge und Ansprechpartner dafür benötigt werden.

Auch Übertragungsintervalle, mögliche Fehlerfälle und Verantwortlichkeiten sollten frühzeitig abgestimmt werden.

Je früher Schnittstellen berücksichtigt werden, desto geringer ist das Risiko späterer Verzögerungen.

So gelingt die Einführung einer Reparatursoftware

Eine erfolgreiche Einführung beginnt mit einer ehrlichen Betrachtung der bestehenden Abläufe. Anschließend sollten klare Ziele formuliert, Mitarbeitende einbezogen, Daten vorbereitet und Verantwortlichkeiten festgelegt werden.

Vor dem tatsächlichen Start sollten nicht nur einfache Musteraufträge, sondern auch typische Sonderfälle getestet werden. Gleichzeitig benötigen die Anwender ausreichend Zeit, um sich mit den neuen Funktionen vertraut zu machen.

Wichtig ist außerdem, die Einführung nicht mit dem Starttermin als abgeschlossen zu betrachten. Erst im täglichen Einsatz zeigt sich, welche Einstellungen und Prozesse noch angepasst werden sollten.

Daisy als zentrale Lösung für Reparatur- und Servicebetriebe

Daisy wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die reparieren, warten und technischen Service leisten.

Die Software verbindet unter anderem Reparaturverwaltung, Kunden- und Geräteverwaltung, Termin- und Tourenplanung, Außendienst, Lager, Ersatzteilbestellung, Verkauf, Abrechnung, Versand und Auswertungen in einer zentralen Lösung.

Bei der Einführung geht es deshalb nicht nur darum, Funktionen bereitzustellen. Entscheidend ist, die tatsächlichen Abläufe eines Betriebs zu verstehen und Daisy passend darauf einzurichten.

Denn eine Software allein verbessert noch keinen Betrieb. Richtig eingeführt kann sie jedoch doppelte Arbeit reduzieren, Informationen besser verfügbar machen und den gesamten Reparaturprozess transparenter gestalten.

Fazit

Softwareeinführungen scheitern nur selten an einem einzelnen Grund. Häufig kommen unklare Abläufe, ungeprüfte Daten, fehlende Verantwortlichkeiten, zu wenig Schulung und ein zu knapper Zeitplan zusammen.

Wer die Einführung nicht nur als technisches Projekt, sondern als Veränderung der betrieblichen Abläufe betrachtet, schafft eine deutlich bessere Grundlage für den Erfolg.

Eine gute Softwareeinführung beginnt deshalb mit Zuhören, Analysieren und Planen – und erst danach mit der Technik.

Veröffentlicht in Praxis & Ratgeber.